Ausbau der Windkraftanlagen lahmt

30.06.2012

Der Ausbau der Windkraftanlagen hinkt – obwohl er Kernbereich der Energiewende ist. Und keiner will schuld sein.

Bereits zum zweiten Mal sahen sich RWE-Manager gezwungen Brandbriefe an die Bundesregierung zu schreiben, da sich die Inbetriebnahme der Offshore-Windparks erneut verzögere. Dabei sind diese wesentlich notwendig, um den Atomausstieg zu kompensieren. Bis zum Jahr 2020 sollen sich Windräder mit einer Leistung von 10.000 Megawatt vor der Küste drehen, dies entspricht einer Leistung von rund zehn Atomkraftwerken.

Die Energieversorger suchen die Schuld für die Verzögerung bei den Netzbetreibern, die für den Netzanschluss verantwortlich sind, genauer gesagt, die Firma Tennet. Doch Tennet schiebt den schwarzen Peter weiter an den Generalunternehmer Siemens, der wiederum zumindest betont, dass er den Termin, der nun mit 2014 datiert ist, nun wirklich einhalten wolle.

RWE behält sich eine Schadensersatzklage vor – sieht sie jedoch als Ultima Ratio. Denn, da sind sich zumindest alle Beteiligten einig, das größte Problem seien die Rahmenbedingungen. Der erste Brandbrief von RWE an die Bundesregierung hat zu keinem Ergebnis geführt – bleibt abzuwarten, wie es sich nach dem zweiten verhalten wird.