Bill Gates fordert mehr Unterstützung für kleine Landwirte in Entwicklungsländern

29.02.2012

„Wenn Sie an den Ärmsten interessiert sind, sind Sie auch an der Landwirtschaft interessiert!“ sagte Bill Gates, Co-Chair der Bill & Melinda Gates Foundation, in einer Rede vor dem Internationalen Fond für Landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD).

Bereits vor mehr als zehn Jahren gründete der US-amerikanische Vorzeigeunternehmer gemeinsam mit seiner Frau Melinda die Bill & Melinda Gates Foundation, die den Ärmsten der Armen zugutekommen soll. Sie konzentrierten sich zunächst auf die Bekämpfung der Ungleichheit in der Weltgesundheit und fokussierten sich hier vor allem auf die Bekämpfung von Malaria und Poliomyelitis (Kinderlähmung).

Diese sind auch heute noch wichtige Eckpfeiler der humanitären Stiftungstätigkeit. Im Rahmen der Beschäftigung mit diesen Armutskrankheiten fanden die Eheleute heraus, dass viele der ärmsten Menschen Kleinbauern sind. „Die Schlussfolgerung war offensichtlich“, so Gates: Wenn diese Kleinbauern die Möglichkeit hätten, die Nahrungsversorgung ihrer Familie sicher zu stellen, würden diese Menschen aus der Armut heraus kommen. Es ist also relevant, dass diese Familien mehr Nahrungsmittel anbauen können.

Auf der 35. Sitzung des Gouverneurrates der IFAD, die unter dem Motto „Nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft: Die Welt ernähren, die Erde schützen“ stand, bekräftigte Bill Gates den Gedanken, dass weltweite Unterernährung vor allem durch eine nachhaltige Produktionssteigerung verringert werden könnte. Er forderte, dass die Unterstützung der Landwirtschaftsgemeinschaft innovativer, koordinierter und zielgerichteter werden müsse.

Die bisherigen Ansätze zur Gewährleistung einer weltweiten Nahrungsversorgung verurteilte Gates dabei als überholt und ineffizient. Er forderte ein greifbares und messbares Ziel zur Erhöhung der Produktivität. Dabei sollte auch mehr Transparenz sich selbst, den Gebern und den durch sie unterstützten Ländern gegenüber gefördert werden.

Jeder siebte Erdbewohner leidet heute an Unterernährung. Die 1-Milliarden-Grenze hungernder Menschen ist seit einigen Jahren erreicht. Schätzungen nach wäre es jedoch möglich, mit der richtigen Unterstützung der Kleinbauern in den Entwicklungsländern in Südostasien oder Afrika deren Produktivität in den kommenden 20 Jahren zu verdoppeln, wenn nicht sogar zu verdreifachen.. Durch eine solche nachhaltige Produktionssteigerung könnten bis zu 400 Millionen Menschen die Armutsgrenze überwinden.

Gates kündigte annähernd 200 Millionen Dollar Fördergelder an, um seinen Beitrag zur Zielerreichung zu leisten. Mit diesem Zuschuss erhöhen sich die Mittel, die die Stiftung der IFAD seit 2006 zur Verfügung stellt, auf über 2 Milliarden Dollar. Bereits heute sind positive Ergebnisse und eine nachhaltige Entwicklung der Hilfe zur Selbsthilfe bei durch IFAD-geförderten landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekten sichtbar.