Die Angst vor der Versorgungslücke

24.07.2012

Nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Aus für Atomkraftwerke stellt sich die Frage, wie der Energiebedarf in der Zukunft gedeckt werden soll. Vertreter der konventionellen Energiewirtschaft bremsen Hoffnungen auf eine schnelle Energiewende, setzen auf Gas- und Pumpspeicherkraftwerke und versuchen, den politischen Boden für neue Kraftwerke vorzubereiten. Dabei nutzen sie die Angst vor steigenden Energiekosten. So wies Udo Niehage, Beauftragter für die Energiewende bei Siemens, in einer Diskussionsveranstaltung eines Energieversorgers in Wien auf deutliche Mehrbelastungen von Verbrauchern und Industrie hin und sprach von 40 Prozent höheren Strompreisen in den kommenden zehn Jahren. Eine garantierte Einspeisevergütung sieht er als massives Markthindernis für konventionelle Kraftwerke, die für eine Versorgung weiterhin unentbehrlich seien. Matthias Kurth, der ehemalige Leiter der deutschen Bundesnetzagentur, wies auf fehlende Datenautobahnen hin und forderte einen zügigeren Netzausbau und neue Kraftwerke, die einen Vorlauf von sieben bis zehn Jahren hätten. Der Härtetest für die Energiewende werde kommen, wenn in zehn Jahren alle Kernkraftwerke vom Netz gingen.