Die Spritpreise, nicht nur im Sommerloch ein beliebtes Thema

20.08.2012

Man liest sie – wie auch heute – immer wieder, die Schlagzeilen des Spiegels “Sprit so teuer wie noch nie”, des Sterns “Benzinpreise steigen auf Rekordniveau” (Stern) und der FAZ “Benzin so teuer wie nie”.

Regelmäßig bedienen sich Medien dieser aufmerksamkeitssteigernden Schlagzeilen über neue Preisrekorde an den Zapfsäulen. Und immer wieder liest man das Gleiche: Die Mineralölkonzerne sind schuld, der Staat solle die Mineralölsteuer aussetzen, der ADAC fordert zum 54. Mal die Erhöhung der Pendlerpauschale, Autofahren dürfe nicht zum Luxus für Reiche werden, die Landbevölkerung klagt besonders betroffen und Politiker werben mit publikumswirksamen Schlagzeilen. In seltener Einigkeit sprechen sich aktuell Greenpeace als auch FDP-Politiker – allerdings mit ganz unterschiedlichen Absichten – gegen E10 aus, da der Einsatz von Bioethanol zu steigenden Lebensmittelpreisen führe.

Angesichts der immer wiederkehrenden Argumente kann es einen schon wundern, dass hohe Spritpreise immer wieder vielen Autofahrer die Zornesröte ins Gesicht treibt. Dabei hat jeder Einzelne großen Einfluss darauf, wie viel Geld er für Kraftstoffe aufwendet. Während der Literpreis nur marginal durch die Auswahl der Tankstelle und des Zeitpunkts zu beeinflussen ist, kann der Bundesbürger seine Kraftstoffausgaben viel wirksamer über eine Reduzierung der verwendeten Spritmenge senken. Dass die eigene Bequemlichkeit nach wie vor jedoch oft über einem spritsparenden Verhalten Vorrang hat, kann man täglich auf der Straße beobachten. Die meisten Autos sind in Minimalbesetzung in Form des Fahrers ohne Begleitpersonen unterwegs. Vor den Ballungszentren schimpfen weltweit die Pendler in trauter Einigkeit mit ihren Staukollegen über die Unfähigkeit der Politiker, breitere Autobahnen zu bauen, damit jeder alleine sein Ziel ohne wohlmöglich unangenehme Mitfahrer schnellstmöglich erreicht.  Das eigene Überlegenheitsgefühl bestätigen sich etliche Zeitgenossen täglich an der Ampel bekanntermaßen darin, schneller als der Nebenmann voran zukommen und an der nächsten Ampel dafür stärker abbremsen zu können. Lieber werden Tankfüllungen im dreistelligen Euro-Bereich bezahlt, als in kleineren und sparsameren Wagen unterwegs sein zu müssen. Bahn und Bus kommen für einige Personen allenfalls in Frage, wenn das eigene Auto in der Werkstatt ist. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen – aber eines sollte bei nüchterner Betrachtung den meisten klar sein: Die Spritpreise werden nicht billiger. Daran werden die regelmäßigen Schlagzeilen und das Schimpfen über Politiker und Mineralölkonzerne nichts ändern. Die einzige Möglichkeit zum Sparen besteht darin, sein eigenes Verhalten zu ändern – und dadurch weniger Ressourcen zu verbrauchen, die unsere Nachkommen genauso gut gebrauchen können wie wir.