Energiewende potenzieller Geldregen für Investoren und Kapitalanleger?

05.09.2012

Vergangen Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Regelung von netzbedingten Ausfällen und fehlenden Netzanbindungen von Offshore Windparks: Die Kosten für solche Nicht-ins Netz-Einspeisungen tragen nun verbindlich die Stromkunden – sind aber auf 0,25 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Auf den Durchschnittshaushalt bezogen entspricht das, aufs Jahr gerechnet, eine Mehrbelastung von ca. 9 Euro. Somit zahlt der Verbraucher das Risiko – und die Energiewende.

Von dieser Politik im Bereich Energiewende profitieren andere: potenzielle Anleger. Das Manager Magazin prognostiziert einen Hype im Bereich Wind- und Wasser als nun weitestgehend risikolose Geldanlage. In Zeiten der Euro-Krise und schwankenden Märkten also ein Quasi-Ruhepol –  und deshalb für Fonts und Depots eine Risikominimierung des Portfolios. Experten erwarten  eine durchschnittliche Rendite von 4,15 Prozent per Anno für derlei Infrastrukturprojekte.

Ob diese Weichenstellung nun jedoch wirklich förderlich ist, nachhaltig in Netzausbau und Netzversorgung zu investieren, bezweifeln bereits mehrere Umwelt- und Energieverbände wie Greenpeace. Tenor:  Die Bemühungen sollten in nachhaltige Netzkonzepte und gleichzeitig in Anlagen zur Stromerzeugung fließen – die Themen Anlagen und Netzversorgung getrennt zu behandeln, sei in diesem Fall kontraproduktiv und berge ungeahnte Stolperfallen. Für privatwirtschaftliche Fehlplanungen sei nun wieder der Verbraucher haftbar, auf dem Rücken einer sinnvollen Politik zur Energiewende.