Energiewende treibt Strompreise in die Höhe

04.04.2012

Hat die Energiewende finanzielle Auswirkungen für die Verbraucher? Diese Frage treibt wohl jeden Stromabnehmer um, seit die Bundesregierung 2011 den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gibt die Bundesnetzagentur nun die Antwort auf diese Frage: Ja.

Das Blatt zitiert einen Bericht für die Sitzung des politischen Beirates der Bundesnetzagentur und gibt an, dass die Agentur eine Verteuerung des Haushaltsstroms in den nächsten Jahren um fünf bis acht Prozent erwarte. Die Erhöhung der Netzentgelte liegt ihren Berechnungen nach, bei 16 bis 24 Prozent. Für Industriekunden trifft es sogar noch härter, so sei eine Erhöhung der Netzentgelte um bis zu 54 Prozent sowie eine Strompreissteigerung um bis zu acht Prozent zu erwarten.

Ursache für die Erhöhung sei die Finanzierung neuer Stromautobahnen und Verteilerleitungen. Aber auch zusätzliche Belastungen, die künftig die Strompreise in die Höhe treiben, seien zu erwarten: So sind in diesem Jahr 100 Millionen Euro an Entschädigungen für Stromkunden aus der Wirtschaft geplant, die bei Engpässen ihre Maschinen abschalten müssen. Mittelfristig könnten diese Ausgaben sogar auf 270 Millionen Euro steigen. Zudem müssten 700 Millionen Euro für die flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler eingeplant werden sowie 200 Millionen Euro für elektrische Wechselrichter. Letztere sorgen für eine Stabilisierung der Versorgung mit Photovoltaikstrom und zumindest sie könnten laut Bundesnetzagentur, von den Anlagebetreibern gezahlt werden.

Liest man jedoch solche Zahlen, erscheint es kaum mehr verwunderlich, dass das Interesse der Bundesbürger an der Energiewende sinkt. Waren es unter dem Eindruck des plötzlichen Atomausstiegs im Jahr 2011 noch 53 Prozent der Deutschen, die eine Sicherung der Energieversorgung als vordringliche Aufgabe der Bundesregierung sahen, so sind es heute nur noch 40 Prozent.