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Minenentfernungsprogramm

Minen werden weltweit eingesetzt, da die Verlegung von Minen relativ einfach und kostengünstig ist. Nach aktuellen Schätzungen existieren weltweit – größtenteils nicht kartografiert – mehr als 100 Millionen vergrabene Minen. Jährlich werden weitere 2 Millionen Minen eingesetzt. Trauriges Resultat sind monatlich 500- 800 Tote durch Minen, weitere 2000 Menschen werden durch den Tritt auf Minen verstümmelt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Zivilisten (TU Wien, 2004).

Das Aufspüren, Ausgraben und die Zerstörung von Minen stellt nach wie vor eine herausfordernde Aufgabe dar. Dies gilt insbesondere, da es bei der Minenverlegung üblich ist, unterschiedliche Minenarten einzusetzen (Panzerminen und Anti-Personenminen).

Bei der zivilen Minenräumung in Friedenszeiten muss darauf geachtet werden, dass der Boden wieder für friedliche Zwecke genutzt werden kann. Die Entminung erfordert hier eine hundertprozentige Bereinigung des Bodens: Alle Minen müssen entdeckt werden. Nach deren Aufspürung ist eine einfache Zerstörung der Minen ohne Ausgraben nicht ohne Kontaminierung des Bodens möglich.

Bis zum Beginn dieses Jahrtausends galten nach den International Standards for Huminitarian Mine Clearance Operations eine Räumquote von 99,6 Prozent (bei einer betrachteten Tiefe von 20 cm) für die manuelle Entminung als ausreichend. Es ist jedoch schwierig, die Räumquote zu bestimmen, da die Anzahl der verlegten Minen nicht bekannt ist. Nach einer Verschärfung der Standards (International Mine Action Standards IMAS, Edition 2) gilt heute das Ziel, alle Minen zu entfernen oder unschädlich zu machen. Die Sicherstellung der Einhaltung der International Mine Action Standards ist heute praktisch nur mittels relativ langsamen manuellen Minenaufspürungs- und Enfernungsverfahren realistisch.

Zum Aufspüren von Minen können zunächst Metalldetektoren eingesetzt werden. Bereits in diesem Schritt ist es möglich, die Mehrzahl der Minen aufzuspüren. Nachteilig ist anzumerken, dass mit dieser Methode logischerweise Plastikminen nicht identifiziert werden können. Geschulte Minenspürhunde (ähnlich wie speziell ausgebildete Sprengstoffhunde) können in Landminen verwendete Sprengstoffe wie TNT riechen und somit signalisieren. In einigen Regionen werden zudem Riesenhamsterratten eingesetzt. Vorteilhaft im Vergleich zu Minenspürhunden ist deren einfachere Züchtung, kürzere Ausbildungsdauer von circa einem halben Jahre, günstigere Ernährung als auch bessere Transportmöglichkeit. Ein weiterer Vorteil ist im geringen Gewicht der Riesenhamsterratten zu sehen, da ihr Körpergewicht zu leicht zum Auslösen der Minen ist.

Nachdem eine Mine entdeckt worden ist, muss diese mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen entschärft oder vor Ort gesprengt werden. Zunächst ist die die Mine bedeckende Erdschicht mit äußerster Vorsicht abzutragen, bis die Mine ausreichen freigelegt ist. Sofern bei der entdeckten Minenart möglich kann jetzt der Zünder entschärft werden. Alle anderen Minen, zum Beispielen solchen, die mit einem Aufhebeschutz ausgestattet sind, sollten vor Ort mit einer Schlagladung zerstört werden.

Als zunehmend interessante Alternative stellt sich die vollmechanische Minenräumung dar. Der größte Vorteil aller Varianten der vollmechanischen Minenräumung ist naheliegender Weise der mögliche Verzicht auf den Einsatz von Menschen direkt vor Ort. Die hochrisikoreiche Minenräumung kann ersetzbaren Maschinen überlassen werden. Selbstverständlich ist auch eine Kombination von mehrerer Minenräumungsmaßnahmen möglich.
Unsere Minenentfernungsprogramme haben sich besonders bewährt. Hier waren wir vor allem in Kroatien tätig. Dort waren als Kriegsfolge zahlreiche Ackerflächen mit Minen kontaminiert, eine friedliche Nutzung war nicht möglich. Ager Pharia konnte die Ackerflächen entschärfen und deren landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Folge war eine klassische Win-Win-Situation: Die Landbesitzer bekamen Pacht für ihr vorher nicht bewirtschaftbares Land, Investoren konnten Landwirtschaft betreiben und in Kroatien konnte für die Bevölkerung eine höhere Nahrungsmittelversorgungssicherheit erreicht werden. Parallel halfen diese Projekte bei der Stabilisierung der Nahrungsmittelpreise in Kroatien.