Vorstoß: Foodwatch fordert Smilies für Handel und Gastronomie

12.09.2012

Frei nach Ottos Walkes „Dänen lügen nicht“, der Persiflage auf den alten Micheal Holm Schlager-Klassiker, macht uns just dieser nördlichste aller Nachbarn in Sachen Verbraucherschutz etwas vor: nämlich Transparenz für Besucher von Lebensmittelgeschäften, Restaurants und Gastronomiebetrieben. Foodwatch fordert dieses System jetzt auch für Deutschland.

In Deutschland und Dänemark kontrollieren Ämter und staatliche Institutionen regelmäßig Lebensmittelhändler und Gastro-Betriebe – vom Imbiss bis zur Haute cuisine, vom Supermarkt bis zum exklusiven Feinkosthändler. Alles im Sinne einer staatlich überprüften und kontrollierten Nahrungsmittelversorgung. Doch während in Dänemark bereits seit 2001 die Ergebnisse offen an jedem Lokal oder Ladengeschäft vor der Tür zu betrachten sind – in Form von unterschiedlichen Smilie-Aufklebern neben dem ausführlichen Testergebnis – liegen bei uns die Ergebnisse dieser Kontrollen im Verborgenen. Deshalb fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch jetzt genau dieses dänische Modell auch auf Deutschland zu übertragen.

Anlass dazu gibt es reichlich: 15 Prozent der Proben und mit 23 Prozent fast ein Viertel aller Betriebe werden in Deutschland Jahr für Jahr beanstandet. Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren die Zahlen in Dänemark ähnlich alarmierend. Dank des Smilie-Systems hat sich allerdings heute die Qualität im Bereich Hygiene und Lebensmittelqualität erheblich verbessert: 2002 erhielten lediglich 70 Prozent der Händler und Gastronomen den Smilie mit dem breitesten Lächeln, 2009 waren es schon 88 Prozent. Und auch die Akzeptanz des Systems ist bei den Unternehmen, nach anfänglich großen Protesten und Vorbehalten, einer breiten Zustimmung gewichen (86 Prozent im Jahre 2009). Transparente Nahrungsmittelversorgung ist also akzeptiert – zumindest bei den Dänen.

Demnach fällt nach über 10 Jahren das Fazit der Dänen also äußerst positiv aus: das dänische Smilie-System hat sich bewährt. Foodwatch fordert jetzt, auch Deutschland solle „ein Land des Lächelns“ werden. Nach einer von der Institution in Auftrag gegebenen emnid-Umfrage sind auch in Deutschland fast 90 Prozent der Menschen für die kleinen lachenden Wesen als Kennzeichnungsmodell für die Nahrungsmittelversorgung.

Wer diese Idee fördern möchte, ist auf der Homepage von Foodwatch zum Mitmachen aufgerufen: Unter https://foodwatch.de/e10/e26043/e26055/ ist ein solcher Aufruf, verbunden mit einer Mail an Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hinterlegt – für eine transparente Nahrungsmittelversorgung auch in Deutschland.