Gigantische Wasserumleitungen in China

07.09.2012

Über eine Entfernung von 1.500 Kilometer soll Wasser aus dem Jangtse-Fluss vom wasserreichen Süden Chinas in den trockenen Norden umgeleitet werden, um die wertvolle Ressource Wasser gleichmäßiger zu verteilen.

Das riesige Infrastrukturprojekt ist vor allem außerhalb Chinas von Anfang an umstritten gewesen und es bis heute geblieben, weil die ökologischen und sozialen Folgen unabsehbar bleiben. Darauf hat jüngst wieder Radio B5 in einer Reportage hingewiesen.

Die Schäden der weltweit größten Wasserumleitung sind schon heute zu spüren, lange bevor das Megaprojekt abgeschlossen ist: im Süden müssen die Bauern immer tiefere Brunnen bohren, weil der Grundwasserspiegel dramatisch sinkt. Sogar Peking gehört nach der Einschätzung von Hydrologen inzwischen zu Gebieten mit Wassermangel – und dies ist doppelt tragisch, weil gerade in diesem Ballungsraum die Bevölkerungsdichte ständig weiter wächst.

Die Wüste frisst sich weiter in den Süden durch, das Projekt droht nach hinten loszugehen. Für etwas mehr Versorgungssicherheit im Norden zahlt China einen hohen Preis: es droht ein ökologischer Gau für das ganze Land. Es könnte sich zeigen, dass der wirtschaftliche Wohlstand von heute und die enormen Wachstumsraten zu teuer erkauft sind.