Großprojekte gegen die Wassernot schaffen kaum Abhilfe

06.08.2012

Ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Gebieten mit akutem Wassermangel. Großprojekte gegen die Wassernot wie im Norden Chinas werden da kaum Abhilfe schaffen, ist sich Martina Flörke sicher. Die Wissenschaftlerin leitet die Arbeitsgruppe am Umwelt-Forschungszentrum der Universität Kassel. Sie hat am Umweltbericht GEO5 der UN mitgearbeitet und kennt die Prognosen zur globalen Wasserverfügbarkeit. Gegenüber der Hessischen Allgemeinen warnte sie davor, allzu große Hoffnungen in Großprojekte zu setzen.

Immer noch entziehen Kraftwerke Flüssen zu viel Wasser. Immer noch gibt es zu viele fragwürdige Projekte; dazu gehören Pläne, in trockenen Gegenden des Mittelmeerraums hochsubventioniert Baumwolle anzubauen. Dabei können wassersparende Technologien aus Deutschland durchaus als Vorbild dienen, schonender mit der Ressource Wasser umzugehen, Wasser mehrfach zu nutzen und Abwasser aufzubereiten. Den Klimawandel vorzuschieben, ist zu bequem. Flörke hebt hervor, dass Anstrengungen auf allen Ebenen nötig sind: jeder einzelne Mensch muss seinen Umgang mit der Ressource Wasser ändern, und auf regionaler Ebene braucht es mehr Konzepte zur Reduzierung des Wasserverbrauchs.