Hunger im reichsten Land der Welt

23.04.2012

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das reichste Land der Welt. Dennoch sind immer mehr Amerikaner auf staatliche Hilfe zur Nahrungsversorgung angewiesen. Das Haushaltsbüro des US-Kongresses veröffentlichte nun eine Studie, die bekanntgab, dass im Jahr 2011 jeder siebte US-Bürger Lebensmittelmarken beziehen musste. Dies stellt eine Steigerung von 70 Prozent zu der Zeit vor der Weltwirtschaftskrise 2007 dar.

Doch ist laut den Berechnungen der Behörde die Talsohle noch nicht erreicht. Der Bedarf soll bis 2014 noch weiter ansteigen. Erst dann wirke sich die Erholung der Wirtschaft auch auf die Bedürftigkeit der Geringverdiener aus. Der Bericht des Haushaltsbüros betonte jedoch, dass dennoch die Zahl derjenigen Bürger, die Unterstützung beziehen müssten, auf historischen Hoch bleiben würde.

Noch immer haben es viele Städte in Amerika nicht geschafft, sich von der Finanzkrise zu erholen. So ergab eine Untersuchung des US-Städtetags zu Hunger und Obdachlosigkeit Ende des Jahres 2011, dass in nahezu jeder der 29 geprüften Metropolen der Bedarf an Beihilfen zur Nahrungsversorgung stieg. Dies stellt die Städte jedoch vor ein immenses finanzielles Problem, viele erklärten, dass ihr Budget dafür nicht reiche und somit mehr als ein Viertel der Menschen, die Unterstützung bräuchten, keine erhalten hätten.

Auch im US-Wahlkampf ist die Lebensmittelhilfe längst Thema, so wirft Barack Obamas Herausforderer Mitt Romney dem Präsidenten vor, die USA in einen sozialen Wohlfahrtsstaat nach europäischem Modell zu verwandeln.