Kritik an Merkels Energiewende

30.04.2012

Harsche Kritik an der Energiewende der Bundesregierung übten heute mehrere Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus. Besonderes Manko wird dem stockenden Netzausbau und der Integration erneuerbarer Energien attestiert.

SPD Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nennt die Energiepolitik der Bundesregierung laut „Hamburger Abendblatt“ eine „Desaster“. Sein Parteikollege und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann prophezeite zwei Tage vor einem in Berlin geplanten Treffen Merkels mit Vertretern der Energiewirtschaft zur Energiewende, dass der Kanzlerin von den Energieunternehmen „tüchtig der Kopf gewaschen“ werden würde. Die Kanzlerin und ihr Umweltminister Norbert Röttgen hätten die Energiewende verschlafen.

Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sorgt sich vor allem um die Versorgungssicherheit mit Energie. Der Strommarkt sei in der momentanen Ausstattung nicht in der Lage, die Herausforderung der Energiewende zu leisten. Er fordert Merkel in einem Brief, der auch der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, auf, den Vertretern der großen Stromkonzerne auch finanzielle Anreize zum Bau neuer Kraftwerke zu bieten.

Weiterer Kritikpunkt an der Energiepolitik der Bundesregierung übt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). Durch ein ungesteuertes Wachstum im Bereich der alternativen Energiequellen würden unnötig Gelder und Ressourcen verschwendet. So gebe es beispielsweise im Nordosten Deutschlands eine immense Überproduktion an Windkraft. DIHK-Präsident Hans Heinrich Dittmann spricht sich daher dafür aus, dass neue Anlagen nur noch dort zugelassen werden, wo der Strom auch wirklich benötigt wird oder aber Netze zum Abtransport vorhanden sind.