Landgrabbing beschneidet Rechte der afrikanischen Landbevölkerung

06.02.2012

Es ist ein Phänomen, das jenen schadet, die in der Nahrungskette ohnehin schon ganz unten sind: Landgrabbing. Investoren aus finanzstarken Staaten oder Unternehmen kaufen fruchtbare Gebiete in Entwicklungsländern. Die Einheimischen, die das Land bis dahin bestellt haben, sowie deren Rechte werden einfach ignoriert.

Die in Washington beheimatete Rights and Resources Initiative (RRI), einem Bündnis internationaler, regionaler und lokaler Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Forschung und Entwicklung, kritisiert das Vorgehen der beteiligten Staaten und Investoren zutiefst. Ein Anstieg der ohnehin verbreiteten Unterernährung sowie Unruhen könnten die Folge dessen sein.

Die Rechte der einheimischen, armen Bevölkerung würde vollkommen ignoriert werden, heißt es auch in der Studie der RRI, die vergangene Woche in London veröffentlicht wurde. Wenn der Erwerb von Wäldern und Agrarflächen nicht gestoppt würde, wäre ein Wachstum an Unruhen und Konflikten wohl kaum zu vermeiden.

In Ländern wie Sudan, Sierra Leone oder Liberia sind Konflikte und Unruhen, die sich in der umstrittenen Landnahme begründen, laut RRI schon längst aufgekeimt. „Es gibt viele Gründe, besorgt zu sein, dass die Situation an vielen Orten reif ist für ähnliche Konflikte“, unterstreicht RRI-Direktor Jeffrey Hatcher in einer Pressemitteilung.

Der Tiroler Caritas-Katastrophenhändler Thomas Preindl erklärt in der Tiroler Tageszeitung, dass beispielsweise die äthiopische Regierung etwa 1600 Investoren aus 36 Staaten 3,6 Millionen Hektar Land in Aussicht gestellt hätte.

„Brachliegende, nicht bewohnte Fläche!“ behauptet exemplarisch die äthiopische Landesregierung. Doch handelt es sich bei diesen Acker- und Waldgebieten keineswegs um brachliegende Flächen. Der Verkauf geht nämlich nur auf Grundlage der Vertreibung der Kleinstbauern vonstatten, die in diesem Land seit Jahrhunderten leben und arbeiten. In Ländern, in denen die Nahrungsmittelversorgung ohnehin nicht gewährleistet ist, wird ihnen so jede Existenzgrundlage entzogen.

Ein Ende dieses Phänomens ist noch lange nicht in Sicht. Nahrungsmittelkrisen und die Steigerung von Lebensmittelpreisen machen die Investition in Landkäufe immer interessanter. Auch der steigende Bedarf an pflanzlichen Treibstoffen trägt einen großen Teil dazu bei.

Ganze 35 Länder wurden in der Studie der RRI untersucht, lediglich neun davon bekamen gute Noten für Respekt vor den Interessen der lokalen Bevölkerung. Dazu gehören Uganda, Tansania, Burkina Faso und der Südsudan. An ihnen sollten sich die anderen orientieren.

Wenn Sie wissen möchten, inwiefern sich Ager Pharia einsetzt, um die weltweite Unterernährung zu stoppen und eine adäquate Nahrungsversorgung sicher zu stellen, kontaktieren Sie uns bitte.