Leitlinien gegen Landgrabbing

31.05.2012

Landgrabbing ist eines der schwerwiegendsten Probleme für viele Länder, in denen Hunger und Unterernährung herrschen. Anstelle der sinnvollen Nutzung von Agrarflächenwerden diese ihren Eignern, meist Kleinbauern, weggenommen und an industrielle Unternehmen verkauft. Jetzt erscheint eine Lösung für dieses Problem in Sichtweite: Neue Regeln der Uno sollen das Landgrabbing einschränken.

Wie stark die lokale Bevölkerung unter dem Phänomen des Landgrabbings leidet, zeigt ein Beispiel aus Kambodscha: 53 Prozent der nutzbaren Ackerfläche wurden hier an 200 Investoren verkauft. „Das ist eine unglaubliche Dimension“, sagt Roman Herre von der Menschenrechtsorganisation Fian der Financial Times. Viele Unternehmen forcieren jedoch unentwegt den weiteren Aufkauf von Ländereien, dadiese für sie hochprofitabel sind. Um die leidtragenden Landbewohner zu schützen, hat die Uno Leitlinien beschlossen, um das Phänomen Landgrabbing in den Griff zu bekommen.

Drei Jahre lang haben 96 Regierungen, Bauern- und Wirtschaftsvertreter sowie Menschenrechtler auf Initiative der FAO (der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) verhandelt. Dabei wurden Leitlinien erstellt, die für alle Uno-Mitgliedsstaaten in der Zukunft bindend sein sollen. Diese Leitlinien beschreiben den verantwortungsvollen Umgang mit den Produktionsgrundlagen und sollen den Regierungen der Mitgliedsländer als Grundlage für Gesetze dienen.

Gänzlich kann der Verkauf von Land an Unternehmen auf Basis dieser Richtlinien aber nicht unterbunden werden. Jedoch ist es naheliegend, dass der Umgang in Zukunft aufbauend auf diesen Leitlinien verantwortungsvoller vonstattengehen kann und daraus folgend eine langfristige Grundlage zur Verbesserung der Ernährungssicherheit der Bevölkerung erreicht werden kann. Ein relevanter Bestandteil der Richtlinien ist zudem, dass Garantien für Besitzrechte der Landbevölkerung vorgeschrieben werden. Damit sollen Risiken, die von groß angelegtem Landerwerb herrühren, vermindert werden und dadurch die Menschenrechte, der Lebensunterhalt, die Ernährungssicherheit und die Umwelt besser geschützt werden.