Mehr Hunger durch steigende Preise

19.12.2011

Im Jahr 2000 setzten sich Vertreter der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen zusammen, um über den Hunger in der Welt zu sprechen. Sie legten als Millenniums-Entwicklungsziel unter anderem fest, dass Sie den Hunger bis ins Jahr 2015 um die Hälfte reduzieren wollten.

Von diesem Ziel sind wir nun, nur gute drei Jahre vor Ablauf dieser Frist, noch immer weit entfernt. Ein gewichtiger Grund dafür sind die hohen Lebensmittelpreise.

Nahrungsmittel sind heute so teuer wie nie. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erklärt, dass das Preisniveau von Lebensmitteln in den Jahren 2005 bis 2008 auf das höchste Niveau seit 30 Jahren stieg. Die Preise für Reis stiegen beispielsweise in diesem Zeitraum nahezu um das Dreifache an.

In diesen Jahren gab es aufgrund der prekären Hungersituation in mehr als 20 Ländern Aufstände. Mit einem Preisanstieg, steigt automatisch proportional auch die Zahl der hungernden Menschen. Aber hohe Preise haben nicht nur Ausschlag auf die Ernährung der Menschen. In Entwicklungsländern gibt die Bevölkerung rund 50 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. In Deutschland sind es laut bpb lediglich zwölf Prozent. Eine ähnliche Dramatik wäre hier gegeben, wenn nun ein Laib Brot plötzlich 30 Euro kosten würde. Aufgrund des hohen Anteils an Kosten für Lebensmittel in Bezug auf das Einkommen, hat der hohe Lebensmittelpreis somit für die Bürger der Entwicklungsländer auch direkte Auswirkungen auf andere Aspekte ihres Lebens: Der Zugang zu Gesundheitsvorsorge oder Bildung wird ebenso erschwert, da durch die hohen Ausgaben für Nahrung kein Geld mehr für anderes da ist.

Als Ursache für den Anstieg der Agrarpreise nennt die Ernährungsorganisation (FAO) mehrere Faktoren:

Allein in den USA gehen laut Wirtschaftswoche 40 bis 50 Prozent des geernteten Mais in die Bioethanolproduktion. Im Zuge der gestiegenen Energiekosten entscheiden sich immer mehr Menschen für Energie aus Mais, Raps oder Soja. Natürlich fehlen diese Kontingente auf dem weltweiten Agrarmarkt. Das International Food Policy Institute schätzt daher, dass der Maispreis allein wegen der Herstellung von Biosprit um bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent steigt. Doch nicht nur die bereits erwirtschafteten Mengen fehlen hier auf dem Markt. Auch fehlt die für Sprit verwendete Ackerfläche für den Anbau von Nahrungsmitteln.

Ein weiterer Grund für ein Anziehen der Preisschraube sind Wetterextreme. Im Jahr 2010, als Trockenheit und Waldbrände Russland und die Ukraine in Atmen hielten und Überschwemmungen Australien geißelten, stieg der Weizenpreis. In den kommenden Monaten, wenn das Wetterphänomen La Nin͂a wütet, werden die Agrarmärkte mit Ernteausfällen zurechtkommen müssen.

Als weiteren wesentlichen Faktor für den Anstieg der Lebensmittelpreise führt die FAO Börsenspekulationen auf Nahrungsmittel auf. Termingeschäfte haben zwar in der Agrarbranche bereits jahrhundertelange Tradition, Foodwatch kritisiert jedoch, dass der Anteil an spekulativen Wetten an den Agrarbörsen zuletzt von 30 auf 80 Prozent gestiegen sei. Investoren können so den Markt manipulieren und Knappheit bei Agrargütern schaffen, wo eigentlich keine nötig wäre.

Diese Gründe sowie weitere Ursachen, wie ein erhöhter Bedarf an Fleisch- und Milchprodukten, wodurch immer mehr potentielles Ackerland als Weideland und immer mehr Getreide als Futtermittel verwendet wird, sorgen dafür, dass ein Herabsinken des Preisniveaus in nächster Zeit nicht zu erwarten ist – mit fatalen Folgen für die Ärmsten.

Wichtig wäre auch die Herstellung eines globalen Agrarmarkts, auf dem über Grenzen hinweg Überschüsse und Defizite ausgeglichen werden können. Es darf nicht sein, dass deutsche Bauern in ihren Milchseen ertrinken, während am anderen Ende der Welt Menschen verhungern. Aber auch die Urbanisierung brachliegenden Landes, um Nahrungsmittel anzupflanzen, ist eine Lösung, mehr Nahrung zu generieren.

Wir von Ager Pharia möchten dafür sorgen, dass auch die Menschen der ärmsten Länder genug Nahrung bekommen. Möchten Sie erfahren, wie wir dabei vorgehen? Dann kontaktieren Sie uns!