Missernten in den USA lassen Nahrungsmittelpreise explodieren

22.08.2012

Die anhaltende Dürre in den USA ist die schlimmste seit mehr als 50 Jahren.  Im Juli war es in Amerikas „Kornkammern“ im mittleren Westen so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen – mit fatalen Folgen für die Preisentwicklung von Mais, Weizen und Sojabohnen, die auf ein Rekordhoch zusteuern.

Für die Menschen in den Industrienationen bedeutet dies, in den kommenden Monaten einen Preisanstieg bei Lebensmitteln verkraften zu müssen. Die großen Nahrungsmittelkonzerne wie Nestle oder Kraft haben bereits durchblicken lassen, die gestiegenen Preise an die Verbraucher weiterzugeben. Dennoch ist die Nahrungsversorgung in diesen Ländern gewährleistet.

Viel schwieriger stellt sich jedoch die Situation für Schwellenländer und die Dritte Welt dar. Die Nahrungsversorgung in diesen Ländern konnte bereits vor vier Jahren nicht mehr sichergestellt werden – damals entwickelten sich durch die gestiegenen Preise Aufstände und Hungerrevolten. Als „Ernst.“ bezeichnet José Graziano da Silva (Generaldirektor der UN-Welternährungsorganisation FAO) die momentane Situation – die G20 Staaten denken laut über einen Krisengipfel Ende September nach.

Große Angst herrscht überdies noch vor dem alljährlichen Wetterereignis El Niño. Es steht in diesem Jahr noch aus. Experten befürchten jedoch, dass diese Unwetter auch 2012  die Ernten in Latein-, Mittelamerika, den USA und der Karibik beeinflussen können. Mit noch größeren Folgen für die weltweite Nahrungsversorgung.