Obamas Mission gegen Hunger

21.05.2012

Hehre Ziele hat Barack Obama. Große Versprechungen gibt er am Freitag unmittelbar vor dem g8-Gipfeltreffen. „Die Ungerechtigkeit chronischen Hungers“ möchte er bekämpfen.

Dafür bekräftigt er die Absicht, die er bereits vor drei Jahren beim g8-Gipfel im italienischen L´Aquila bekundete: 22 Milliarden Dollar würden von den G8-Staaten zur Bekämpfung der weltweiten Unterernährung zur Verfügung gestellt. Neu ist nun: Auch 45 Unternehmen konnte er für das Vorhaben gewinnen, etwa die Hälfte davon aus Afrika. Gemeinsam stellen diese noch einmal 3 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) zur Verfügung.

Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Menschen durch höhere Einkommen in der Landwirtschaft vom Hunger zu befreien. Die Bauern sollten gezielt besseres Saatgut und bessere Lager bekommen. Vor allem auch die Versorgung von Babys und Kleinkindern wäre weiterhin höchste Priorität.

Vor allem in Äthiopien, Ghana und Tansania sollten die Vorhaben umgesetzt werden. Länder, die in den letzten Jahren bereits große Reform-Fortschritte gemacht hatten.

Doch bleibt bei allem Eifer, den Obama in seine Rede steckte doch ein schaler Nachgeschmack: Wieso eine Konzentration auf Länder, die ohnehin schon recht erfolgreich sind? Marwin Meier, Gesundheitsexperte der Hilfsorganisation World Vision kritisierte zudem laut Nachrichtenmagazin Focus, dass Obamas Vorhaben allgemein auch viel zu unkonkret sei. So würden immer noch Zahlen zur Erfüllung der finanziellen Versprechen aus L´Aquila fehlen. Von den versprochenen 22 Milliarden Dollar seien bislang höchstens ein Viertel ausgezahlt worden. Zu Recht will er wissen: „Wo stehen wir jetzt und was kommt noch?“