Paradoxe Energiewende

07.03.2012

Verheerende Nachrichten für Deutschlands Klimabilanz: Nachdem aufgrund der Energiewende der Atomausstieg beschlossen ist, gewinnt Braunkohle zunehmend wieder an Bedeutung.

Dabei hatte sich die Bundesregierung mit der Energiewende doch auf die Fahnen geschrieben, umweltfreundlichen Strom zu produzieren. Doch um die Versorgungsicherheit in Sachen Energie, trotz der Abschaltung von acht Kernkraftwerken, zu garantieren, wurde rund ein Viertel des verbrauchten Stroms laut Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Ageb), durch die klimaschädliche Braunkohle erzeugt.

Der Verbrauch legte damit um 3,3 Prozent zu und Braunkohle wurde zum Energielieferanten Nummer eins.

Für die deutsche Klimabilanz bedeutet dies einen schrecklichen Trend. Wären die Witterungsverhältnisse in der Bundesrepublik im Jahr 2011 genauso wie im Vorjahr gewesen, wären die Treibhausemsissionen um 0,8 Prozent gestiegen. Lediglich dem wärmeren Wetter ist es zu verdanken, dass sich die Emissionen insgesamt nicht erhöhten. Auffällig ist jedoch, dass sich der Energieverbrauch um ganze 5,3 Prozent verringerte, der CO2-Ausstoß hingegen lediglich um 3,9 Prozent sank.

Elmar Große Ruse, Branchenexperte des Naturschutzbundes Nabu warnte nun in einem Gespräch mit dem Nachrichten Magazin Stern vor einem Ausbau der Kohlekraftwerke. „Es wäre ein großer Fehler, jetzt mit neuen Braunkohlekraftwerken ans Netz zu gehen.“ Erneuerbare Energien könnten seiner Ansicht nach, schon bald die Lücke füllen.