Schnelle Hilfe für den Südsudan

05.03.2012

Schlechte Ernten, andauernde Konflikte und damit einhergehende Vertreibung sowie hohe Nahrungsmittelpreise. Das ist der Stoff aus dem handfeste Hungerkrisen gemacht sind. Zurzeit kaum irgendwo so gut zu beobachten wie im Südsudan.

Die UN Food and Angriculture Organisation (FAO) und das UN World Food Progamme (WFP) legten nun einen Bericht vor, der Schlimmes prognostiziert: Mindestens eine Million Menschen werden in diesem Jahr im Südsudan Hunger leiden.

Der Südsudan gilt als eines der am schlechtesten entwickelten Länder der Welt. Doch nicht nur diese schlechte Grundvorrausetzung für die Bevölkerung dieses armen Landes zehrt an ihren Kräften. Lang anhaltende Konflikte im Sudan sorgen dafür, dass viele Sudanesen in den neu gegründeten Staat Südsudan flüchten. Aber auch steigende Lebensmittelpreise und schlechte Ernten aufgrund schwacher Niederschläge zu Beginn der Erntesaison verschlechtern die Nahrungsversorgung der Einwohner.

Diesen Menschen muss dringend die Möglichkeit zur Grundversorgung gegeben werden. Sie müssen dabei unterstützt werden, ihre Landwirtschaft, Viehzucht oder andere Aktivitäten, die ihnen den Lebensunterhalt sichern, wieder aufzunehmen, so George Okeh, FAO-Landedirektor im Südsudan laut des WFP. Solange jedoch eine grundsätzliche Nahrungsversorgung noch nicht gewährleistet ist, kann der Kreislauf von Hunger und Armut wohl nicht durchbrochen werden.

Schätzungen des WFP zufolge, lag die Getreideproduktion im Jahr 2011 rund 19 Prozent unter jener des Vorjahres und sogar 25 Prozent unter der des Durchschnitts der vergangenen fünf Jahren. Damit wird das Getreidedefizit im Jahr 2012 auf mehr als 470.000 Tonnen geschätzt – dies ist fast die Hälfte des südsudanesischen Jahresbedarfs.

Daher ist es dringend notwendig nun Nothilfe zu leisten und die Nahrungsversorgung in ernährungsunsicheren Haushalten in ländlichen Gegenden sowie von Kindern und Müttern, Flüchtlingen und Rückkehrern, sicher zu stellen.

Erschwert werden die Hilfsaktionen jedoch von starken Regenfällen, die viele Gegenden unerreichbar machen, da die Infrastruktur extrem schlecht ausgebaut ist. Auch müssen neue Wege gesucht werden, da die Grenzen zwischen Sudan und Südsudan geschlossen wurden.