Stauseen – Optimale Nutzung der Kraft des Wassers

27.06.2012

Wasser ist auf der Erde reichlich vorhanden – nur leider nicht immer dort, wo es benötigt wird. Um zumindest eine bessere jahreszeitliche Verteilung des Wasser zu gewährleisten, werden bereits seit Jahrtausenden natürliche und künstliche Stauseen genutzt.

Die Stauseen erreichen dabei größte Flächen: Das Reservoir des Viktoriasees überdeckt eine Fläche von über 68.000 km2 und der ebenfalls in Afrika gelegene Volta-Stausee eine Fläche von 8.480 km2. Wirken der Kuibyschewer Stausee in Russland (6.450 km2) und das Smallwood Reservoir in Kanada (5.700 km2) dagegen klein, findet sich der oft kritisierte Drei-Schluchten-Stausee in China erst auf dem 51. Platz in der Rangliste der flächenmäßig größten Stauseen der Erde (1.085km2). Immerhin ist er etwa doppelt so groß wie der Bodensee (536km2).

Während die Nachteile der Stauseen oft im Fokus stehen, wie beispielsweise die Gefahren bei einem Dammbruch, die Zerstörung von oft wenig besiedelten Landschaften sowie die Umsiedlung von ganzen Städten, bestehen auch unbestreitbare Vorteile: Erstes kann das Wasser zeitlich gesteuert nach dem jeweiligen Bedarf abgelassen werden – Überschwemmungen in Zeiten der Schneeschmelze können so vermieden werden. Zudem kann in den trockneren Monaten ausreichend Wasser für die Landwirtschaft geliefert werden. Der aktuell wichtigere zweite Vorteil ist die Funktion von Stauseen als Lieferant sauberer Energie, bei deren Erzeugung keine Kohlendioxid entsteht. Zudem ist hier die Energie in Form des höher gelegenen Wassers speicherbar – bei hohe Energienachfrage kann von Wasserkraftwerken sehr schnell und zuverlässig Energie geliefert werden.

Während in Deutschland nur 3% des Stroms aus Wasserkraft erzeugt werden (hier vor allem aus Laufkraftwerken in Flüssen), produzieren Österreich (55%) und die Schweiz (60%) mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs mit Speicherkraftwerken. In den Alpen existieren komplexe Tunnelsysteme, durch die die Fallhöhe maximiert und somit die Kraft des höher gelegenen Wasser effizient genutzt werden kann. Wasserkraftwerke überzeugen verglichen mit anderen Stromerzeugungsmethoden über einen sehr hohen Wirkungsgrad von 75-90%. Der prozentuale höchste Wasserkraftstromanteil am insgesamt erzeugten Strom wird jedoch nicht in den Alpen, sondern in Norwegen erzeugt – hier wird nahezu der gesamte benötigte Strom aus Wasserkraft gewonnen. Außerhalb Europas nutzt vor allem Brasilien mit einem Stromerzeugungsanteil von 80% die Kraft des Wassers.