Stroh in den Tank

03.08.2012

Hersteller von Biokraftstoff aus Biomasse sehen sich zunehmend der Kritik ausgesetzt, sie missbrauchten natürliche Ressourcen und gefährdeten die Nahrungsmittelversorgung. Mit einem neuen Verfahren zur Bioethanol-Herstellung zeigt die Süd-Chemie, die inzwischen zur Clariant AG gehört, dass es auch anders geht: Im bayerischen Straubing arbeitet seit Ende Juli 2012 eine Anlage, die Stroh mit Hilfe von Enzymen und Mikroorganismen in Bioethanol umwandelt. Die 28 Millionen Euro teure Anlage soll innerhalb eines Jahres 4.500 Tonnen Stroh zu 1.000 Tonnen Bioethanol verarbeiten.

Dieses Herstellungsverfahren kann dazu beitragen, das schlechte Image von Bioethanol zu verbessern. Erinnert sei an die mangelnde Akzeptanz des Biokraftstoffs E10, der ökologisch in die Schusslinie geraten ist, weil der beigemischte Ethanolanteil aus Zuckerrüben oder Getreide stammt. Für Biokraftstoffe können inzwischen auch nicht essbare Pflanzenteile mit Holzanteilen genutzt werden, wie eben Stroh. Auch der Bund und das Land Bayern haben erkannt, dass diese Technik helfen könnte, das unlösbar scheinende Problem „Teller oder Tank“ zu überwinden, und stellen für das Projekt jeweils 5 Millionen Euro bereit.