Strom per Bahn

18.01.2012

Selten genug geschieht es, aber bei einem Punkt sind sich die Bundesregierung und die Opposition in Deutschland einig: Um nach der beschlossenen Energiewende eine Versorgungssicherheit für Energie zu gewährleisten, muss der Netzausbau vorangetrieben werden.

Dieser Ausbau erweist sich aber immer mehr als schwierig, da er oftmals an lokalen Wiederständen oder langer Planungszeit scheitert.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) möchte daher die Deutsche Bahn in die Pflicht nehmen: Sie soll ihren Beitrag in Sachen Energie-Versorgungssicherheit leisten, indem sie den Transport von Strom über ihr Netz übernimmt.

Der Bedarf zum Ausbau von Netzen liegt bis zum Jahr 2020 bei etwa 4000 Kilometern, um den Windstrom vom Norden in den Süden und Westen zu transportieren. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich laut Deutscher Energieagentur auf bis zu 40 Milliarden Euro.

Der Ausbau ist somit langwierig und teuer, so verwundert es nicht, dass Ramsauer auf die Bahn verweist. Denn die Deutsche Bahn betreibt ein Stromnetz von 7750 Kilometern Länge. Zwei durchgängige Leitungen verbinden den Norden und Süden Deutschlands.

Doch ist noch fraglich, ob das Energienetz der Bahn auch tatsächlich zum Stromtransport genutzt werden kann, denn das Netz der Bahn wird mit 110 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben, was nur einem Drittel der üblichen Frequenz von 50 Hetz entspricht. Die Bundesnetzagentur hat daher nun zunächst eine Machbarkeitsstudie bei der Universität Hannover in Auftrag gegeben, die auch die Kosten kalkulieren soll. Die Ergebnisse werden für April erwartet.

Rückenwind erhält Ramsauer von Seiten der Bahn, so äußert sich ein Bahnsprecher gegenüber der Nordsee-Zeitung: „Wir unterstützen das Vorhaben und sehen die Notwendigkeit.“