Unentschlossen in die Energiewende

30.01.2012

Dass die in Deutschland beschlossene Energiewende kein Selbstläufer sein wird, war wohl jedem klar. Vieles steht ihr im Wege, der Ausbau der Hochspannungsleitungen erweist sich als schwieriger als bislang angenommen.

Oftmals wird der „Wut-Bürger“ als Hauptgrund für die Behinderung der Arbeiten am Netz angeführt. Doch führt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz, sieht dies in einem Kommentar für das Nachrichtenmagazin von t-online jedoch anders: Noch nie habe eine Bürgerinitiative in Deutschland eine Hochspannungsleitung verhindern können.

Bremser der Energiewende sei vielmehr die Tatsache, dass die Planungen für eine Erweiterung der Stromnetze nicht verständlich seien. Auch Politiker, speziell Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler topediere die Energiewende mit seiner öffentlichen Kritik am erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetz, dessen Ende er bereits einen Monat nach Inkrafttreten fordert. Dass es Gift für jede Investitionssicherheit ist, an einem Gesetz zu rütteln, das es erst seit so kurzem gibt, steht außer Frage.

Auch kritisiert Weiger den Aufruf der Bundesregierung nach weiteren Neubauten von Kohlekraftwerken und die Aufforderung an Umweltverbände wie den BUND, ihren Widerstand gegen Kohlekraftwerke einzustellen. Dabei würden diese für die Energiewende überhaupt nicht benötigt, sondern beeinträchtigen sogar deren Ausbau und seien vor allem inkompatibel mit dem Klimaschutz.