Wasser unter Afrika

30.04.2012

Wasserarmut ist in Afrika ein enormes Problem. Eine neue Karte könnte jedoch die Lösung bedeuten: Sie zeigt, dass unter dem Kontinent fast 14.000-mal so viel Wasser lagert wie im Bodensee oder bildlich gesprochen, ein Wasserwürfel mit 81 Kilometern Kantenlänge.

Der Atlas zeigt detaillierter als alle Daten zuvor die Grundwasserschätze Afrikas: „Die Karte soll Planern der Wasserversorgung die Augen öffnen“, sagt Wilhelm Stuckmeier von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), ein Experte für weltweite Wasserressourcen. Die Datenfülle ergab sich aus der Analyse von rund 300 Studien über Grundwasserschichten und sämtlichen erhältlichen geologischen Karten Afrikas. Die Karte zeigt wie tief die Wasservorkommen liegen, wie groß sie sind und gibt Auskunft über die Produktivität des Vorkommens, also wie viel der wertvollen Ressource Wasser in einer bestimmten Zeit abgebaut werden könnte.

Das Problem vieler Wasservorräte ist, dass die Reservoirs in mehreren hundert Metern Tiefe liegen – ab eine Tiefe von 200 Metern wird die Förderung jedoch unverhältnismäßig teuer. Dennoch finanzieren mehrere nordafrikanische Länder solche Bohrungen bereits, um jedoch feststellen zu müssen, dass sich meist nur ein Fünftel des Grundwassers fördern ließ.

Einer Studie, die Experten vom British Gelogical Survey (BGS) kürzlich im Fachblatt „Environmental Research Letters“ veröffentlichten, zeigt hingegen, dass die Hoffnung eher in den flacheren Schichten liegt, denn diese Vorkommen können mit Handpumpen erschlossen werden. „In den meisten bewohnten Gebieten Afrikas liegen Wasserreservoirs, die mit Handpumpen gefördert werden können“, schreiben die Fachleute des BGS. Auch wenn viele dieser Quellen nicht allzu hohen Druck hätten, würden sie für die lokale Versorgung allemal ausreichen.

Es ist an der Zeit die Ressource Wasser auch in Afrika jedem zugänglich zu machen. Bohrungen müssen beginnen bevor die Dürren entstehen und nicht erst, wenn diese schon da ist!